Der Meisterdieb
Zusammenfassung des Märchens
Ein durch die ganze Welt gereister Meisterdieb kehrt in seine Heimat zurück und meldet sich bei seinem Paten, dem Grafen im nahegelegenen Schloss. Der ist zunächst erbost und möchte ihn hängen lassen, gewährt ihm aber noch die Chance, sein Können mit drei Aufgaben zu beweisen: Er soll das beste Pferd aus dem streng bewachten Stall stehlen, der Gräfin im Schlaf das Bettlaken und den Trauring vom Finger entwenden und schließlich den Pfarrer samt Küster aus der Kirche fortbringen. Mit Verkleidungen, Einfallsreichtum und gehöriger Portion Dreistigkeit löst er alle Aufgaben – selbst die aufmerksamsten Wächter werden getäuscht, wenn sie sich für besonders schlau halten.
Hintergrund & Geschichte
Der Meisterdieb (KHM 192, ATU 1525 A) steht erst ab der 5. Auflage von 1843 in den Kinder- und Hausmärchen. Die Vorlage stammt aus Moriz Haupts Zeitschrift für deutsches Alterthum desselben Jahres – Georg Friedrich Stertzings Ein Märchen aus Thüringen. Ludwig Bechstein übernahm die Quelle 1845 eigenständig als Die Probestücke des Meisterdiebes in sein Deutsches Märchenbuch. Verwandte Diebsgeschichten sind über den gesamten europäischen Raum und weit darüber hinaus bis Afghanistan belegt – der Meisterdieb zählt zu den am weitesten verbreiteten Stoffen der Sammlung.
