König Drosselbart
Zusammenfassung des Märchens
Eine Königstochter verhöhnt beim Kegeln alle geladenen Freier, besonders einen König mit schiefem Kinn – von da an König Drosselbart genannt. Zornig über ihren Hochmut gibt ihr Vater sie einem bettelnden Spielmann zur Frau. Unterwegs bereut sie, als sie die weitläufigen Besitzungen Drosselbarts bewundert, die sie ausgelacht hat. Im häuslichen Alltag misslingt ihr alles; als ihr ein vermeintlich betrunkener Husar das feilgebotene Geschirr zertrümmert, schickt ihr Mann sie als Küchenmagd ins Königsschloss. Bei einer Hochzeit zerrt Drosselbart sie auf die Tanzfläche und gibt sich auf der Treppe als ihr Mann zu erkennen – als Spielmann wie als Husar hatte er ihren Hochmut strafen wollen. Am Ende feiern sie Hochzeit.
Hintergrund & Geschichte
König Drosselbart (KHM 52, ATU 900) steht seit der 1. Auflage von 1812 in den Kinder- und Hausmärchen; bis zur 2. Auflage schrieb sich der Titel König Droßelbart. Das Märchen erhält durch die spitzen Reden der Königstochter und ihre Ahnungslosigkeit schwankhafte Züge – die Reime auf den Besitz Drosselbarts gehören zu den bekanntesten Passagen der Sammlung. Das Motiv der Dreifach-Verkleidung (Spielmann, Husar, König) bestraft den Hochmut der Hauptfigur, ohne sie am Ende auszuschließen: Versöhnung und Hochzeit beschließen die Geschichte.
