Der gestiefelte Kater
Zusammenfassung des Märchens
Nach dem Tod des Müllers fällt an den ältesten Sohn die Mühle, an den zweiten ein Esel und an den dritten nur der Kater – dessen Fell man eigentlich zu Handschuhen verarbeiten möchte. Der Kater aber bittet um ein Paar Stiefel und macht sich danach für seinen Herrn nützlich: Er fängt Rebhühner und übergibt sie dem König als Geschenk seines angeblichen Herrn, lässt diesen splitter nackt im See baden, damit der König ihm prächtige Kleider schenkt, und bringt Bauern und Schäfer dazu, Land und Wald als Eigentum des Herrn auszugeben. So wird aus dem armen Müllerssohn ein reicher Graf – und er heiratet die Königstochter.
Hintergrund & Geschichte
Der gestiefelte Kater (ATU 545B) war nur in der 1. Auflage von 1812 als Nr. 33 (KHM 33a) enthalten; die Grimms strichen ihn später, weil sie erkannten, dass keine mündliche deutsche Überlieferung, sondern eine Bearbeitung des französischen Märchens Le Maître chat ou le Chat botté von Charles Perrault (1697) vorlag. In der modernen Rölleke-Ausgabe steht er als Nr. 5 im Anhang. Die List des Katers – dreimal verhindert er, dass sein Herr entlarvt wird – macht die Figur bis heute zu einer der beliebtesten der Sammlung.
